News

DORMA ES 200 T / Easy / 2D: Montageanleitung & Daten

DORMA ES 200 T / ES 200 T Easy / ES 200 T-2D: Montageanleitung, technische Daten & Wartung im Überblick

Wer eine automatische Teleskopschiebetür der Baureihe DORMA ES 200 T montiert, wartet oder instand hält, kennt das Problem: Die offizielle Montageanleitung (Dok.-Nr. 255337-01-6-50) umfasst fast 100 Seiten – den entscheidenden Wert sucht man oft mühsam. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Inhalte der Anleitung kompakt zusammen: Varianten im Vergleich, technische Daten, die wesentlichen Einbauschritte, die korrekte Zahnriemen-Einstellung und die vorgeschriebenen Wartungsintervalle. Ideal für Montagebetriebe, Wartungstechniker und Facility-Manager.

1. Die drei Varianten im Vergleich: ES 200 T Easy, ES 200 T und ES 200 T-2D

Die Baureihe ES 200 T ist ausschließlich zum Öffnen und Schließen von Teleskopschiebetüren im Innenbereich vorgesehen. Entscheidend ist die Wahl der richtigen Variante – vor allem beim Türflügelgewicht und beim Einsatz in Flucht- und Rettungswegen:

Merkmal ES 200 T Easy ES 200 T ES 200 T-2D
Türflügelgewicht 2-flügelig (max.) 2 × 50 kg 2 × 75 kg 2 × 75 kg
Türflügelgewicht 4-flügelig (max.) 4 × 43 kg 4 × 75 kg 4 × 65 kg
Leistungsaufnahme (max.) 180 W 250 W 250 W
Flucht- und Rettungswege ✗ nicht geeignet ✗ nicht geeignet ✓ geeignet
Brandschutztüren / Außenbereich ✗ ✗ ✗

Merksatz: Nur der ES 200 T-2D (mit Duo-Funktion) ist für den Einsatz in Flucht- und Rettungswegen zugelassen. Keine der drei Varianten darf an Feuer-/Rauchschutztüren oder im Außenbereich eingesetzt werden.

2. Technische Daten auf einen Blick

Parameter Wert
Anschlussspannung 230 V ±10 % / 50 Hz
Bauseitige Absicherung 16 A
Spannungsversorgung externe Geräte 27 V DC / 500 mA (bzw. 2 A)
Max. Kabellänge externer Komponenten 30 m
Öffnungsweite 2-flügelig 800 – 2.400 mm
Öffnungsweite 4-flügelig 1.400 – 4.000 mm
Betriebsgeräusch < 70 dB(A)
Zulässige Luftfeuchtigkeit 93 % rel. Feuchte, nicht kondensierend
Zulässige Betriebstemperatur −20 °C bis +60 °C

Einstellbereiche am Antrieb

Parameter Einstellbereich
Öffnungsgeschwindigkeit 10 – 75 cm/s
Schließgeschwindigkeit 10 – 50 cm/s
Schleichgeschwindigkeit AUF / ZU 3 – 9 cm/s
Offenhaltezeit 0 – 180 s
Offenhaltezeit NACHT/BANK 0 – 60 s
Kraftbegrenzung AUF / ZU 50 – 310 N

Über den Programmschalter stehen die Betriebsarten AUS, AUTOMATIC, DAUERAUF, TEILÖFFNUNG und AUSGANG zur Verfügung.

3. Montage: Die wichtigsten Einbauschritte

Die Anleitung unterscheidet zwei grundlegende Montagearten – daran orientiert sich der gesamte Ablauf:

  • Wandmontage: Die Antriebseinheit wird über eine Montageplatte direkt an der Wand befestigt. Bohrbild markieren (Lichte Höhe LH + 50 mm beachten), bei Mauerwerk Dübel setzen, bei Stahlkonstruktionen Gewinde schneiden, Montageplatte mit Senkkopfschrauben anschrauben und ggf. unterfüttern.
  • Durchgangsmontage (mit LM-Träger): Bei Mauerwerk sind Schwerlastdübel (bauseits) erforderlich; bei Stahl werden Ø 6,4-mm-Löcher gebohrt und M8-Gewinde geschnitten. Der LM-Träger wird in die Wandbefestigungen eingehängt, ausgerichtet und verschraubt; bei Anlagen mit Seitenteilen werden diese zuerst fixiert und der Träger anschließend darauf ausgerichtet.

Weitere Kernschritte nach der Anleitung:

  1. Bodenführung je nach Gegebenheit mit dem Gebäude oder dem Seitenteil verschrauben.
  2. Distanzwelle, Dämmlage, Endstopper, Laufprofil und MDU-Schiene am Antriebsprofil befestigen; Schrauben der Distanzwelle mit Schraubensicherung einkleben.
  3. Mini Drive Unit (MDU) und Umlenkung einhängen, justieren und befestigen; Verriegelung (Option) einstellen.
  4. Zahnriemen einbauen und spannen (Details siehe Abschnitt 4).
  5. Laufwerke montieren: Laufwagen Langsamläufer und Schnellläufer einhängen und über die Verbindungsseile koppeln; Seile nur so fest anziehen, dass die Laufwagenköpfe in einer Linie stehen. Aderendhülsen an den Seilenden nicht vergessen.
  6. Fahrflügel einstellen: Bodenabstand und Höhenlage über die Sechskantschrauben an den Bügeln einstellen; Seitendichtungen müssen parallel zu den Seitenteilen verlaufen; Gegenhalterollen und Entgleisungsschutz spielfrei einstellen; Leichtgängigkeit prüfen.
  7. Bei 4-flügeligen Anlagen die Schließkante auf Anlagenmitte setzen: Verbindung Laufwagen/Zahnriemen am linken Flügel lösen, Flügel manuell positionieren, Verbindung wieder anziehen; größere Abweichungen durch Versetzen des Zahnriemens um einen oder mehrere Zähne ausgleichen.
  8. Endanschläge und Öffnungsweite einstellen: Flügel manuell auf volle Öffnungsweite schieben, Endanschläge anschieben und festschrauben.
  9. Elektrische Anschlüsse gemäß Anschlussplänen herstellen, Innenverkleidung und Stirnbleche passgenau ablängen, einhängen und über das Schutzleiterkabel erden.
  10. Testlauf: Netzspannung anlegen, Akku anschließen, Testfahrt durchführen – bis zur endgültigen Inbetriebnahme den Akku wieder abziehen.
Wichtig vor der Montage: Arbeiten an Elektroanlagen dürfen nur von geschulten Fachkräften (Elektriker) ausgeführt werden. Für die Stromversorgung ist ein bauseitiger Anschluss mit 16-A-Absicherung erforderlich; das Anschlusskabel muss doppelt isoliert sein (z. B. NYM) – Stegleitungen sind nicht zulässig. Gekürzte Kabel sind mit Aderendhülsen zu versehen.

4. Zahnriemen richtig spannen – der entscheidende Justageschritt

Die Zahnriemenspannung unterscheidet sich je nach Anlagenart:

  • 4-flügelige Anlage (Schließkante in der Mitte): Zahnriemen von Hand kräftig vorspannen und sichern, Hammerkopfschraube der Spannvorrichtung anziehen, dann die Spannvorrichtungsschraube anziehen, bis Schraubenkopf und Halterungsende eine Linie bilden. Anschließend die Umlenkung (Verriegelung) fest anziehen.
  • 2-flügelige Anlage (Schließkante seitlich): Riemen von Hand vorspannen, Spannvorrichtung gegen die Umlenkung drücken, Hammerkopfschraube anziehen, Umlenkung kurz lösen und die Spannvorrichtungsschraube anziehen, bis die Feder auf 33 mm zusammengedrückt ist. Dann die Umlenkung fest anziehen.

Läuft der Riemen nach der Justage nicht frei, hilft der in der Anleitung beschriebene Feinjustage-Weg: Befestigungsschraube der Umlenkrolle lösen, Einstellschraube (Madenschraube) eindrehen, bis der Riemen frei läuft, und die Befestigungsschraube wieder festziehen.

5. Wartung und Verschleißteile: Diese Intervalle gelten

Die Anlage ist vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens einmal jährlich von einem Sachkundigen zu prüfen (Nachweis im Prüfbuch, Dokumentation gemäß DIN 18650-2, Aufbewahrung mindestens 1 Jahr). Für die Verschleißteile schreibt die Anleitung folgende Prüf- und Austauschintervalle vor:

Verschleißteil Intervall
Laufrollen alle 2 Jahre
Akkublock alle 3 Jahre
Gummi-Endanschläge bei jedem Servicecheck
Laufschiene alle 5 Jahre
Zahnriemen alle 1.000.000 Lastwechsel
Bodengleiter bei jedem Servicecheck
Bürsten (Option) bei jedem Servicecheck

Wartungs- und Reinigungsarbeiten dürfen nur im spannungsfreien Zustand erfolgen (Netzstecker ziehen bzw. Sicherung ausschalten). Für die Reinigung genügen ein feuchtes Tuch und handelsübliche Reiniger – keine Scheuermittel, keine Flüssigkeiten im Gerät.

6. Sicherheit und Normen: DIN 18650 beachten

  • Bei der Planung müssen Einbauender und Betreiber gemeinsam eine individuelle Risikobeurteilung nach DIN 18650 durchführen.
  • An Haupt- und Nebenschließkanten bestehen Quetsch-, Scher-, Stoß- und Einzugsgefahren; Restrisiken (z. B. kraftbegrenztes Anstoßen) lassen sich je nach baulicher Situation nicht vollständig ausschließen.
  • Die Sicherheitssensoren (Infrarot-Lichtvorhänge) sichern den Durchgangsbereich. Bei Regen, Schnee, umherfliegendem Laub oder starker Sonneneinstrahlung kann es normbedingt zu Fehldetektionen mit Offenstand von bis zu einer Minute kommen – das ist vorschriftsgemäß und dient dem Personenschutz, kein Defekt.
  • Glastürflügel müssen aus Sicherheitsglas bestehen; bei Metallflügeln ist der Türflügel ordnungsgemäß zu erden.
  • Nach Inbetriebnahme ist dem Betreiber die Bedienungsanleitung auszuhändigen und eine Einweisung durchzuführen; der Abschluss eines Wartungsvertrags wird empfohlen.

Fazit

Die Baureihe DORMA ES 200 T deckt mit den Varianten Easy, Standard und 2D nahezu jeden Innenbereichs-Einsatz von Teleskopschiebetüren ab – vom leichten 2 × 50-kg-Flügel bis zur 4-flügeligen Anlage mit 4 × 75 kg. Wer die Varianten-Grenzen, die Montageschritte und vor allem die Wartungsintervalle für Laufrollen, Akkublock, Laufschiene und Zahnriemen im Blick behält, sichert den dauerhaft zuverlässigen Betrieb der Anlage.

Previous
DORMA ES 200 – Prüfung und Wartung | Prüfbuch
Next
DORMA ES 200 / Easy / 2D: Montageanleitung & Daten

Leave a Comment

Your email address will not be published.