DORMA ES 200 / ES 200 Easy / ES 200-2D: Montageanleitung, technische Daten & Wartung im Überblick
Die Baureihe DORMA ES 200 zählt zu den am weitesten verbreiteten Schiebetürantrieben im Innenbereich – entsprechend häufig suchen Monteure und Wartungstechniker nach den Kennwerten aus der Komponenten-Montageanleitung (Dok.-Nr. 255168-01-6-50). Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Inhalte zusammen: die drei Varianten im Vergleich, technische Daten, den Ablauf von Wand- und Durchgangsmontage, die korrekte Einstellung von Zahnriemen und Entgleisungsschutz sowie die vorgeschriebenen Wartungsintervalle.
1. Die drei Varianten im Vergleich: ES 200 Easy, ES 200 und ES 200-2D
Alle drei Varianten dienen ausschließlich zum Öffnen und Schließen von Schiebetüren im Innenbereich. Der wichtigste Unterschied liegt im zulässigen Türflügelgewicht – und bei der Zulassung für Flucht- und Rettungswege:
| Merkmal | ES 200 Easy | ES 200 | ES 200-2D |
|---|---|---|---|
| Türflügelgewicht 1-flügelig (max.) | 1 × 100 kg | 1 × 200 kg | 1 × 150 kg |
| Türflügelgewicht 2-flügelig (max.) | 2 × 85 kg | 2 × 160 kg | 2 × 130 kg |
| Flucht- und Rettungswege | ✗ nicht geeignet | laut Anleitung nicht ausgeschlossen* | ✓ geeignet |
| Brandschutztüren / Außenbereich | ✗ | ✗ | ✗ |
*Die Original-Montageanleitung schließt für den ES 200 nur Brandschutztüren und den Außenbereich aus; der Einsatz in Flucht- und Rettungswegen wird dort nicht erwähnt. Für Rettungsweganlagen ist der ES 200-2D die im Dokument ausdrücklich genannte Variante. Keine der drei Varianten darf an Feuer-/Rauchschutztüren oder im Außenbereich eingesetzt werden. Die maximale Kabellänge externer Komponenten beträgt 30 m.
2. Technische Daten auf einen Blick
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Spannungsversorgung | 230 V |
| Bauseitige Absicherung | 16 A |
| Betriebsgeräusch | < 70 dB(A) |
| Zulässige Luftfeuchtigkeit | 93 % rel. Feuchte, nicht kondensierend |
| Zulässige Betriebstemperatur | −20 °C bis +60 °C |
| Max. Kabellänge externer Komponenten | 30 m |
Detailparameter wie Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit, Offenhaltezeiten und Kraftbegrenzung werden an der Steuerung eingestellt – sie sind Bestandteil der separaten Inbetriebnahmeanleitung der Baureihe.
3. Montage: Wandmontage oder Durchgangsmontage
Der Antrieb lässt sich in zwei Varianten montieren: direkt auf die Wand (Wandmontage) oder in den Durchgang (Durchgangsmontage). Das Befestigungsmaterial richtet sich nach dem Untergrund – laut Anleitung: bei Holz Holzschrauben, bei Mauerwerk Schwerlastdübel, bei Stahlkonstruktionen Gewindeschrauben.
Wandmontage
- Montageplatte von der Antriebseinheit abschrauben.
- Bohrgruppen markieren – dabei die lichte Höhe (LH) beachten.
- Löcher bohren; bei Mauerwerk Dübel einstecken, bei Stahl Gewinde schneiden.
- Montageplatte mit Senkkopfschrauben anschrauben und ggf. unterfüttern, um Unebenheiten auszugleichen.
- Antriebseinheit auf die Montageplatte hängen, ausrichten und fest anschrauben.
Durchgangsmontage
- Bei Mauerwerk sind Schwerlastdübel (bauseits) zu verwenden; bei Stahlkonstruktionen Ø 5-mm-Löcher bohren und M6-Gewinde schneiden.
- Wandbefestigungen anschrauben, Vierkantmuttern in die Profilkanäle des LM-Trägers einschieben.
- LM-Träger mit der angeschraubten Antriebseinheit in die Wandbefestigung einhängen, ausrichten und fest anschrauben.
- Bei Anlagen mit Seitenteilen: Wandanschlussprofile (U-Profile) nach Zeichnung befestigen, Seitenteile einschieben, ausrichten und fixieren; Laufschiene säubern.
Weitere Kernschritte der Anleitung:
- Bodenführung je nach Gegebenheit mit dem Gebäude oder dem Seitenteil verschrauben.
- Lichtschranken-Kabel einführen, im Bereich des Laufprofils mit Schrumpfschläuchen schützen, an die Lichtschrankenprofile anschrauben und an die Steuerung anschließen (Anschlussplan beachten). Achtung: Schrauben nicht zu fest anziehen – sonst wird die Kabelisolierung zerstört.
- Fahrflügel einhängen und mit ca. 6 mm Abstand zum Fußboden bzw. Bodengleiter einstellen; Höheneinstellung über die Sechskantmuttern an den Bügeln; Mitteldichtungen müssen parallel zu den Seitenteilen verlaufen.
- Entgleisungsschutz auf 0,5 mm Abstand zum Lauf- und Montageprofil einstellen und Fahrflügel auf Leichtgängigkeit prüfen.
- Endanschläge und Öffnungsweite einstellen: Beide Flügel manuell auf volle Öffnungsweite schieben, Endanschläge anschieben und festschrauben.
- Schließkante (SK) auf Anlagenmitte (AM) setzen: Am linken Fahrflügel die Verbindung zwischen Laufwagen und Zahnriemen lösen, beide Flügel manuell positionieren, Verbindung wieder anziehen; größere Abweichungen durch Versetzen des Zahnriemens um einen oder mehrere Zähne ausgleichen.
- Stirnbleche und Innenverkleidung passgenau ablängen, Ecken an der Innenverkleidung abfeilen, Halter einsetzen, Verkleidung von der Mitte nach außen eindrücken und mit dem Schutzleiterkabel erden.
- Testbetrieb: Netzspannung anlegen, Akku anschließen, Testfahrt durchführen – bis zur endgültigen Inbetriebnahme den Akku wieder abziehen.
4. Zahnriemen: Spannen, einstellen, geräuschlos laufen lassen
Spannen: Zahnriemen von Hand kräftig vorspannen und sichern; die Schraube der Spannvorrichtung anziehen, bis Schraubenkopf und Halterungsende eine Linie bilden; anschließend die Umlenkung (Verriegelung) fest anziehen.
Einstellen: Während der Betriebsfahrt muss der Zahnriemen geräuschlos auf der Umlenkrolle laufen. Reibt der Riemen an den Bordscheiben, ist er zu justieren: rechte Befestigungsschraube der Umlenkrolle lösen, die Einstellschraube (Madenschraube) eindrehen, bis der Riemen wieder frei läuft, und die Befestigungsschraube wieder fest anschrauben.
Verriegelung (Option): Fahrflügel schließen, Schraube der Käfigeinheit lösen, Verriegelungsbolzen einschieben, Käfigeinheit einstellen und festschrauben.
5. Wartung und Verschleißteile: Diese Intervalle gelten
Die Anlage ist vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens einmal jährlich von einem Sachkundigen zu prüfen. Überprüfung und Abnahme erfolgen anhand des Prüfbuchs durch eine vom Hersteller ausgebildete Person; die Ergebnisse sind gemäß DIN 18650-2 zu dokumentieren und mindestens 1 Jahr aufzubewahren.
| Verschleißteil | Intervall |
|---|---|
| Laufrollen | alle 2 Jahre |
| Akkublock | alle 3 Jahre |
| Gummi-Endanschläge | bei jedem Servicecheck |
| Laufschiene | alle 5 Jahre |
| Zahnriemen | alle 1.000.000 Lastwechsel |
| Bodengleiter | bei jedem Servicecheck |
| Bürsten (Option) | bei jedem Servicecheck |
Wartungs- und Reinigungsarbeiten nur im spannungsfreien Zustand durchführen (Netzstecker ziehen bzw. Sicherung ausschalten). Reinigung mit feuchtem Tuch und handelsüblichen Reinigern – keine Scheuermittel, keine Flüssigkeiten im oder am Gerät.
6. Sicherheit und Normen: DIN 18650 beachten
- Bei der Planung müssen Einbauender und Betreiber gemeinsam eine individuelle Risikobeurteilung nach DIN 18650 durchführen.
- An Haupt- und Nebenschließkanten bestehen Quetsch-, Scher-, Stoß- und Einzugsgefahren; Restrisiken lassen sich je nach baulicher Situation nicht vollständig ausschließen.
- Die Infrarot-Lichtvorhänge sichern den Durchgangsbereich. Bei Regen, Schnee, umherfliegendem Laub oder starker Sonneneinstrahlung kann es normbedingt zu Fehldetektionen mit Offenstand von bis zu einer Minute kommen – vorschriftsgemäß und kein Defekt.
- Glastürflügel müssen aus Sicherheitsglas bestehen; bei Metallflügeln ist der Türflügel ordnungsgemäß zu erden.
- Arbeiten an Elektroanlagen nur durch geschulte Fachkräfte (Elektriker); vor Abnahme der Schutzhaube muss die Anlage spannungsfrei geschaltet sein.
- Nach Inbetriebnahme ist dem Betreiber die Bedienungsanleitung auszuhändigen und eine Einweisung durchzuführen; ein Wartungsvertrag wird empfohlen.
Fazit
Ob schlanke Easy-Variante für Türen bis 1 × 100 kg, der universelle ES 200 bis 1 × 200 kg oder der fluchtwegtaugliche ES 200-2D: Wer die Varianten-Grenzen, die beiden Montagearten und die Einstellwerte für Bodenabstand (6 mm), Entgleisungsschutz (0,5 mm) und Zahnriemenspannung im Blick behält, montiert und wartet die Baureihe ES 200 normgerecht und zuverlässig. Die jährliche Prüfung nach DIN 18650-2 und der rechtzeitige Austausch der Verschleißteile sichern den dauerhaften Betrieb.
Hinweis: DORMA und dormakaba sind eingetragene Marken der dormakaba Gruppe. DoorDynamic ist ein unabhängiger Anbieter kompatibler Ersatzteile und kein autorisierter DORMA-Partner. Alle technischen Angaben stammen aus der Original-Montageanleitung 255168-01-6-50.