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DORMA ES 200 – Prüfung und Wartung | Prüfbuch

DORMA ES 200 – Prüfung und Wartung | Prüfbuch

Betreiber und Betriebsort

Überprüfung gemäß der BG-Regeln für kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore. Die Anlage ist mindestens einmal jährlich von einem Sachkundigen zu überprüfen.

Grundsätze für die Prüfung

Die sicherheitstechnischen Anforderungen an kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore sind in den „BG-Regeln für kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore“ (BGR 232) und in der DIN 18 650 geregelt. Die BG-Regeln konkretisieren die §§ 9, 10 und 11 der Arbeitsstättenverordnung.

Nach Abschnitt 6 der BG-Regel müssen kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore vor der ersten Inbetriebnahme und nach Bedarf, jedoch mindestens einmal jährlich, von einem Sachkundigen geprüft werden.

Diese Prüfung ist nicht mit einer Wartung gleichzusetzen. Bei der Prüfung werden die festgestellten Mängel nicht behoben. Die Prüfung zeigt die Mängel auf, die bei der Wartung behoben werden müssen.

Bei Schiebetüranlagen in Flucht- und Rettungswegen gelten die Richtlinien über automatische Schiebetüren in Rettungswegen (AutSchR). Gemäß der gültigen Fassung dieser Richtlinien sind Schiebetüranlagen und Karusselltüranlagen nach Herstellerangabe zweimal jährlich zu warten bzw. zu überprüfen.

Sachkundige sind Personen, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der kraftbetätigten Fenster, Türen und Tore haben und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z. B. VDE-Bestimmungen, DIN-Blätter) soweit vertraut sind, dass sie den arbeitssicheren Zustand von kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren beurteilen können. Zu diesen Personen zählen z. B. Fachkräfte der Hersteller- oder Lieferfirmen, einschlägig erfahrene Fachkräfte des Betreibers oder sonstige Personen mit entsprechender Sachkunde.

Der Sachkundige muss für die Inbetriebnahme vom Hersteller autorisiert sein (DIN 18 650). Sachkundige haben ihre Begutachtung objektiv, vom Standpunkt der Arbeitssicherheit aus, unbeeinflusst von anderen, z. B. wirtschaftlichen Umständen, abzugeben.

Prüfungsnachweis: Erstprüfung

Datum der Prüfung: ____________________   Name des Prüfers (Druckbuchstaben): ____________________

Bemerkungen: ________________________________________________

Die nachstehende Zusammenstellung der Teile und Funktionen, die der Prüfung zu unterziehen sind, ist als Hilfe für die Prüfung durch den Sachkundigen gedacht. Sie wird im Einzelnen zu kürzen oder zu erweitern sein. Im Wesentlichen sind Sicht- und Funktionsprüfungen durchzuführen, bei denen Vollständigkeit, Zustand und Wirksamkeit der Bauteile und Sicherheitseinrichtungen festgestellt werden. Die separaten Prüfanleitungen der einzelnen Türtypen sind zu beachten.

1. Allgemeines

  1. Vollständigkeit der Anlage
  2. Montageausführung
  3. Anschlüsse/Zuleitungen
  4. Führungs- und Tragschienen
  5. Kraftübertragungen/Inkrementalgeber
  6. Lagerungen
  7. Verglasung, Verkleidung
  8. Beschichtung, Korrosionsschutz
  9. Vollständigkeit der Dokumentationsunterlagen

2. Sicherheitseinrichtungen

  • Sicherheitseinrichtungen gemäß Risikobewertung prüfen
  • Panikfunktion
  • Fingerschutz (Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen)
  • Fotozellen/Lichtschranken
  • Notöffnung/Gummiseil/Hilfsantrieb
  • Sicherheitssensorik/Sensorüberwachung
  • Reversier- und Stoppeinrichtungen
  • Schutzflügel
  • Kraftbegrenzung
  • Notbefehlseinrichtungen
  • Kontaktleisten

3. Steuerorgane

  • Taster/Schalter
  • Lichtschranken
  • Kontaktmatten
  • Sensorleisten
  • Funk-/Fernsteuerungen
  • Kartenleser
  • Bewegungsmelder

4. Funktion

  • Rutschkupplung
  • Öffner (Endschalter)
  • Schließer (Endschalter)
  • Verriegelung, Abschaltung
  • Abschaltung für Sicherheitseinrichtungen
  • Nothandbetätigung

5. Funktionen der Anlage in allen Schalterstellungen prüfen

  • AUS
  • AUTOMATIC
  • DAUERAUF
  • TEILOFFEN
  • AUSGANG
  • AUTOMATIC 1
  • AUTOMATIC 2
  • VERRIEGELUNGEN

Klassifizierung gemäß DIN 18 650

Automatische Türsysteme sind nach dem folgenden Kodierungssystem zu klassifizieren. Die Ziffern 1, 2, 5, 6 und 8 beziehen sich auf die Antriebe. Die Ziffern 3, 4 und 7 beziehen sich auf die vollständigen Türsysteme. Die Felder 1, 2, 5 und 8 sind in der Regel werkseitig klassifiziert; die Felder 3, 4, 6 und 7 müssen gegebenenfalls vor Ort ausgefüllt werden.

Beispiel: 4 = Falttürantrieb. Klassifizierungsschlüssel: 4 7643.

Klassifizierungsfelder
Feld Bezeichnung Klassen
1 Antriebsart 1 Drehflügeltürantrieb; 2 Schiebetürantrieb; 3 Drehschiebetürantrieb; 4 Falttürantrieb; 5 Karusselltürantrieb
2 Dauerhaftigkeit des Antriebs 1: 200.000 Testzyklen bei 1.200 Zyklen/Tag; 2: 500.000 Testzyklen bei 2.400 Zyklen/Tag; 3: 1.000.000 Testzyklen bei 4.000 Zyklen/Tag
3 Türflügelbauart 1 Drehflügeltür; 2 Schiebetür; 3 Drehschiebetür; 4 Falttür; 5 Karusselltür
4 Eignung als Brandschutztür 0 nicht geeignet; 1 geeignet als Rauchschutztür, geprüft nach DIN EN 1634-3 und gekennzeichnet nach DIN EN 13501-2; 2 geeignet als Feuerschutztür, geprüft nach DIN EN 1634-1 und gekennzeichnet nach DIN EN 13501-2
5 Sicherheitseinrichtungen am Antrieb 1 Kraftbegrenzung; 2 Anschluss für externe Sicherheitssysteme; 3 Niedrigenergie. Mehrere dürfen markiert werden.
6 Besondere Anforderungen an den Antrieb/Funktionen und Einbauten 0 keine besonderen Anforderungen; 1 in Rettungswegen mit Drehbeschlag; 2 in Rettungswegen ohne Drehbeschlag; 3 für selbstschließende Brandschutztüren mit Drehbeschlag; 4 für selbstschließende Brandschutztüren ohne Drehbeschlag
7 Sicherheiten am Türflügel 0 keine Sicherheitseinrichtungen; 1 ausreichend bemessene Sicherheitseinrichtungen; 2 Schutz gegen Quetschen, Scheren und Einziehen von Fingern; 3 eingebaute Drehbeschlagseinheit; 4 Anwesenheitssensor. Mehrere dürfen markiert werden.
8 Umgebungstemperatur 1 keine Vorgabe; 2 −15 °C bis +50 °C; 3 −15 °C bis +75 °C; 4 Temperaturbereich nach Herstellerangabe

Angaben auf dem Typenschild: DORMA GmbH + Co. KG, D-58256 Ennepetal; Typ ES 200 Easy; 230 V, 50/60 Hz, 0,15 kW; Schließkraft 150 N; IP 20.

Wiederkehrende Prüfung und Wartung

Die Prüfung und Wartung des automatischen Türsystems dient der Personen- und Betriebssicherheit sowie der langfristigen Zuverlässigkeit und dem Werterhalt.

ES / CS / Komplett-Türen

  • Laufwerk reinigen.
  • Laufwerk prüfen, gegebenenfalls einstellen, nachspannen, reparieren oder austauschen.
  • Zahnriemen prüfen, gegebenenfalls nachspannen oder austauschen.
  • Bei Fluchtweganlagen die Notöffnungsfunktion prüfen (Gummiseil prüfen, gegebenenfalls nachspannen oder austauschen).
  • Tür-Aufhängung und Bodenführung kontrollieren, gegebenenfalls einstellen, reparieren oder austauschen.
  • Sämtliche Befestigungselemente prüfen und gegebenenfalls nachziehen.
  • Sämtliche Einstellungen prüfen und gegebenenfalls neu justieren.
  • Sämtliche Sicherheitseinrichtungen, Sicherheitsabstände (Fingerschutz sowie Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen) und Steuereinrichtungen kontrollieren und gegebenenfalls einstellen, reparieren oder austauschen.
  • Service-Plakette anbringen sowie Prüf- und Wartungsarbeiten im Prüfbuch notieren.
  • Verschleißteile wie Zahnriemen, Motor, Umlenkrolle und Verriegelung einmal jährlich prüfen und gegebenenfalls austauschen. Vollständige Verschleißteilliste beachten.
  • Bei Schiebetürantrieben in Flucht- oder Rettungswegen: zweimal jährlich prüfen.
  • Batterien ungefähr alle zwei Jahre erneuern.

ED / CD

  • Antrieb auf Dichtigkeit prüfen.
  • Gestänge prüfen, gegebenenfalls einstellen, reparieren oder austauschen.
  • Türflügel auf leichten Lauf prüfen, gegebenenfalls einstellen, reparieren oder austauschen.
  • Sämtliche elektrischen und hydraulischen Elemente prüfen, gegebenenfalls einstellen, reparieren oder austauschen.
  • Schließfolgeregelung prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
  • Sämtliche Sicherheitseinrichtungen, Befestigungselemente und Steuereinrichtungen prüfen; Funktionskontrolle vornehmen.
  • Verschleißteile wie das Gleitstück einmal jährlich prüfen und gegebenenfalls austauschen. Vollständige Verschleißteilliste beachten.
  • Service-Plakette anbringen sowie Prüf- und Wartungsarbeiten im Prüfbuch notieren.
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